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Eine Aktion gegen das Verdrängen Von Harry Weiland Wir mögen Radsport. Dass Radsport gefährlich ist, wissen wir. Das Risiko nehmen wir in Kauf wie andere Risiken des Alltags. Selten passiert Schlimmes, nun hat es einen erwischt. Plötzlich steht einer aus unseren Reihen nach einem Sturz nicht mehr auf, wischt sich den Staub von den Beinen, zupft ein vielleicht gerissenes Trikot zurecht und kullert mit ein paar Schürfwunden ins Ziel. Nun ist einer bei der Ausübung seines Hobbys so schwer verletzt worden, dass er bis heute nicht mehr aufgestanden ist. Was ist danach geschehen? Eine Anteilnahme war spürbar. Viele haben sich nach dem Gesundheitszustand von Nils erkundigt. Aber passiert ist nichts. Ein paar dünne Zeilen auf einer Website, ansonsten herrschte schnell Business as usual. In diesem Jahr soll es wieder ein Rennen auf der gleichen Strecke geben. Nach dem Unfall im September 2008 stellte sich schnell eine eigenartige Mischung aus Vergessen und Verdrängen ein. Wir finden das nicht gut. Wir wollen nicht akzeptieren, dass man nun wieder zur Tagesordnung übergeht. Diese Aktion ist eine Aktion gegen das Verdrängen und gegen das Vergessen. Sicher, wir werden Nils nicht auf die Beine bringen, aber wir können Nils vielleicht helfen, wenn wir ihn nicht vergessen und an ihn denken. Und wenn sich zum menschlichen Schmerz auch noch wirtschaftliche Not gesellt, ist es eine Kleinigkeit, auch an dieser Stelle etwas zu tun. Wir geben Hunderte von Euro für Ersatzteile aus, da tut ein Zehner für den Sohn eines gestürzten Kollegen nicht weh. Ich habe Nils nicht gekannt, habe nie mit ihm gesprochen. Aber einer von uns könnte morgen an seiner Stelle sein. Auch darum gibt es diese Aktion. Harry Weiland |
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